11 Apr. Hannah Zenger
Hannah Zenger
geb. 1988 in Stuttgart – lebt und arbeitet in Stuttgart
AUSSTELLUNG / BETEILIGUNG
18.04. bis 06.06.2026
Proben von Asche aus Biomasse werden im Labor in winzigen Aluminiumoxid-Tiegeln bei extrem hohen Temperaturen geschmolzen.
Während dieses erneuten Erhitzungsprozesses durchläuft die Asche eine Verglasung – sie sintert und nimmt eine glasartige Konsistenz an. Die Asche des ursprünglichen Pflanzen- und Biomassematerials wird über ihren individuellen Schmelzpunkt hinaus erhitzt und löst sich auf der Trägerplatte in ihre natürliche, elementare Struktur auf.
Auf den ersten Blick scheinen die mikroskopisch kleinen Probenplatten aus der Ascheschmelzverhalten-Analyse nichts weiter als farbige Punkte zu zeigen. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich durch Makrofotografie eine unerwartete Tiefe im Material. Verborgene Welten werden sichtbar – jede einzigartig in Farbe und Form.
In ihrer Vielfalt reichen diese Miniaturlandschaften weit über ihren botanischen Ursprung hinaus und wecken Assoziationen, Erinnerungen und Träume. Sie werden zu Symbolen verdichteter Zeit, die in der Stille des Glases – der letzten Stufe ihrer Verwandlung – vorübergehend zum Stillstand gebracht wird.
Hannah Zenger studierte Architektur und Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo sie derzeit Meisterschülerin bei Ricarda Roggan ist. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie im Rahmen öffentlicher Aufträge gezeigt, zuletzt 2024 für die Fraunhofer-Gesellschaft in München. Seit 2025 lehrt sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
