Franziska Reinbothe

Künstler

Franziska Reinbothe

geboren 1980 in Berlin – lebt und arbeitet in Leipzig

AUSSTELLUNG 2021 (Katalog)

Franziska Reinbothe visualisiert die gestalterische Kraft der Zerstörung und führt damit einen Gedanken weiter, den schon Emil Schumacher ausgesprochen hatte, nämlich dass die negative Kraft für die Schöpfung ebenso unerlässlich sei wie die positive. Dieses dialektische Wechselspiel ist bei Reinbothe zu Ende geführt. Der Akt der Dekonstruktion löst hier das Gefüge auf, worin das illusionistische Tafelbild gefangen ist, und schließt den Konstruktionsprozess final ab. Dies geschieht, indem die Künstlerin die Leinwand abspannt, zerknüllt oder faltet, den Keilrahmen auseinanderbaut oder ihn gar zusammen mit der bemalten Leinwand in kleine Stücke zerlegt und somit eine neue, ungewohnte Ordnung schafft. Setzt sie so die vom Tafelbild
geprägte Rezeptionsweise außer Kraft, legt sie im gleichen Atemzug den Blick frei auf die materielle Form hinter der Illusion, die ein Bildwerk im klassischen Kontext verkörpert.